Wer, was und wozu

Willkommen in meinem literarischen Salon!

Spanisch ist zwar eine Weltsprache, doch wenn es um Übersetzungen ins Deutsche geht, rangiert die spanische Sprache nur auf Platz 7. Deshalb habe ich mich entschlossen, dieses Blog als Informations- und Debattenforum zu eröffnen. Denn die spanischsprachigen Kulturen haben viel zu bieten: eine vielseitige Literatur, grossartiges Autoren- und Autorinnenkino, wunderbare Orte und viele spannende, oft politisch schwierige Auseinandersetzungen mit anderen Kulturen bzw. Sprachen. Meine Lese- und Reiseerfahrungen möchte ich hier gerne teilen und zur Diskussion stellen. Ich freue mich über euer Feedback und Anregungen – daher auch der Titel des Blogs. Eine Tertulia bezeichnet in Spanien und Spanischamerika traditionell ein stammtischartiges Treffen, bei dem über Literatur, Kultur und Politik diskutiert wird.

Claudio Gay, Tertulia durante la colonia, 1790, Santiago de Chile (Public Domain)

Wie komme ich zum Thema? 15 Jahre habe ich als Dozentin für Kommunikation an der ehemaligen Fachhochschule Rapperswil, heute Teil der OST Ostschweizer Fachhochschule, gearbeitet. Dort habe ich unter anderem die Module „Interkulturelle Kommunikation“ sowie „Nachhaltigkeit und Ethik“ unterrichtet, in denen ich häufig mit Fallstudien aus dem spanischsprachigen Raum arbeitete. Seit dem 01.03.2025 bin ich pensioniert, so dass ich mich zukünftig über freiberufliche Aktivitäten wieder mehr meinen Kernthemen widmen kann. Ich freue mich über diesen Befreiungsschlag! Der OST bleibe ich als Lehrbeauftragte für wissenschaftliches Arbeiten im Bereich der Weiterbildung erhalten.

Studiert habe ich die Fächer Hispanistik, Amerikanistik und Volkswirtschaftslehre an der Universität Mainz. Das sind denn auch meine Kernthemen. An sich wollte ich nach meiner Banklehre Volkswirtschaftslehre studieren. Doch langweilte ich mich in der obligatorischen „Einführung in die Betriebswirtschaftslehre“ bereits so sehr, dass ich im 2. Semester auf Hispanistik als Hauptfach umstieg. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut, auch wenn der Anfang harzig war. Zwar konnte ich schon etwas Spanisch, aber lange nicht gut genug, um Literatur im Original zu lesen und zu verstehen. Ich hatte mir während der Schulzeit dank Telekolleg Spanisch selber beigebracht. Mich begeisterte die Boom-Literatur Lateinamerikas. Ich interessierte mich für die wirtschaftspolitischen Fragen Lateinamerikas, von denen ich im VWL-Studium nichts hörte. Damals war Hispanistik ein  Orchideenfach, das im Vergleich zum Schulfach Französisch ein absolutes Nischendasein führte. Das hat sich sehr zum Positiven verändert.  Vor kurzem habe ich meine uralten Lernmaterialien wiedergefunden. Reichlich Klischees!

 

Auslandsaufenthalte führten mich nach Genf, Valencia, Madrid, Salamanca, das Middlebury College und an die Cornell University in Ithaca. In meiner Dissertation beschäftigte mich die Auseinandersetzung mit der Geschichte, Kultur und Literatur Europas im Werk von Carlos Fuentes (1998).

Das ist alles lange her. Über Freunde, Bücher und zahlreiche Reisen bin ich Spanien und Spanischamerika über die Jahre eng verbunden geblieben. Geblieben ist meine Vorliebe für interdisziplinäre Perspektiven, die auch wirtschaftshistorischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen auf den Grund gehen möchte (s. dazu meine Veröffentlichungen). Im Podcast MikroBuch bespreche ich gemeinsam mit den Mikroökonomen Finanz- und Wirtschaftsbücher.
Gerne lade ich euch in meinen digitalen literarischen Salon ein: ¡Bienvenidos! ¡Bienvenidas!

 

Barbara Bohr (@nachrichtenlos auf Bluesky und Mastodon)