Joaquin Sorolla Portrait des spanischen Philosophen José Ortega y Gasset

Ortega y Gassets Kunstkritik wird 100 Jahre alt.

José Ortega y Gasset’s schrieb sein Essay «La deshumanización del arte» vor 100 Jahren. Ursprünglich in der Revista de Occidente veröffentlicht, analysiert Ortega y Gasset die Entstehung der avantgardistischen Kunstbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts. Er argumentiert, dass diese neue Kunstform sich bewusst von traditionellen Darstellungen und menschlichen Emotionen entfernt und stattdessen Abstraktion, Ironie und Intellektualität betont. Diese Dehumanisierung führt dazu, dass Kunst nicht mehr für das breite Publikum geschaffen wird, sondern zu einer spezialisierten, oft elitistischen Beschäftigung für Künstler wird.

Mein letzter Newsletter auf Substack stellt den Essay etwas genauer vor und zeigt, weshalb er bis heute als wichtiger Bestandteil der spanischen Ideengeschichte analysiert und diskutiert wird. Hier könnt Ihr in nachlesen: https://tertulia.substack.com/p/marking-the-centenary-of-ortega-y

Und hier könnt Ihr den Originaltext lesen:

Ladino-Sommerfestival

Letztes Jahr habe ich angefangen, Ladino zu lernen, was ich auf diesem Blog mehrfach dokumentiert habe. Für alle neuen Leserinnen und Leser möchte ich zunächst ein paar Begriffsklärungen vornehmen:Ladino ist die romanische Sprache der Juden, die sie nach der Vertreibung aus Spanien und Portgual in der Diaspora weiter gesprochen und über Jahrhunderte erhalten haben. Ladino wird oft auch Judenspanisch genannt. Die Nachkommen dieser jüdischen Menschen werden als Sephardim bezeichnet. Das Wort „Sephardim“ stammt von dem hebräischen Wort für die iberische Halbinsel, Sepharad, das in der Bibel vorkommt.

Mit guten Spanischkenntnissen fällt es leicht, Ladino zu verstehen. Sprechen ist herausfordernder, gerade weil die Nähe zum aktuellen Spanisch doch sehr gross ist und phonetische Abweichungen sehr systematisch erfolgen. Leider gab es für einen Konversationskurs, den ich über den Sommer besuchen wollte, nicht genügend Anmeldungen, so dass ich mich anderweitig auf die Suche nach interessanten Themen zu Sprache und Kultur des Judenspanischen gemacht habe. In meinem aktuellen englischsprachigen Newsletter habe ich drei Themen vorgestellt, die einen guten Überblick über verschiedene kulturelle Aspekte des Ladino geben:

  • das Video Saved by language erzählt die Geschichte eines bosnischen Sefarden, der bis zur Vernichtung seiner Gemeinde durch die Nazis Ladino sprach.
  • der Roman The beauty queen of Jerusalem bzw. Die Schönheitskönigin von Jerusalem erzählt die Geschichte einer sefardischen Familie in Jerusalem von den Zwanziger bis in die Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts.
  • drei Online-Kurse in spanischer Sprache, die einen guten Einblick in die Geschichte und Kultur des jüdischen Spanien bieten.

Ausführlichere Informationen zu den drei Themen gibt es im aktuellen Newsletter.

Tag der spanischen Sprache

Am 23. April ist der Tag der spanischen Sprache. Die UN feiert an diesem Tag eine ihrer sechs Arbeitssprachen und feiert damit zugleich die Mehrsprachigkeit und kulturelle Diversität der eigenen Organisation.

Zunächst wurde dieser Tag am 12. Oktober begangen, also am viel kritisierten día de la hispanidad, hat aber dann mit dem 23. April, dem Sterbedatum Miguel de Cervantes“, einen Termin gefunden, der den Konsens aller gefunden hat.

Mein aktueller Newsletter widmet sich dem Wirken des Spanischen und der spanischen Kultur in der Welt mit drei spannenden Themen:

  • ein Gespräch zwischen Rubén Blades, Sergio Ramírez und Claudia Morales über die Gemeinsamkeiten der lateinamerikanischen Kulturen, gerade auch in Zeiten der Pandemie
  • eine Buchbesprechung von Leonardo Paduras Roman „Die Durchlässigkeit der Zeit“, die uns nicht nur in das Kuba der Gegenwart, sondern bis in den Mittelmeerraum der Kreuzzüge und ein einsames Pyrenäendorf führt.
  • wie das Wort „chévere“ von Spanien in seine Kolonien reiste und dank Telenovelas wieder zurückkam.

Viel Spass! Hier ist der Link: https://tertulia.substack.com/p/its-un-spanish-language-day-this