So geht Energiewende: das Beispiel Uruguay

Klar, Uruguay ist kein hochindustrialisiertes Land, das eine energieintensive chemische Industrie zufrieden stellen muss, noch gibt es eine nennenswerte metallerzeugende und -verarbeitende Industrie, die viel Energie braucht. Das südamerikanische Land ist in Europa vor allem für seine landwirtschaftliche Produktion bekannt. In der Tat bildet gefrorenes Rindfleisch das wichtigste Exportgut des Landes. Bereits jetzt produziert das Land Lebensmittel für 30 Millionen Menschen, z.B. Rindfleisch, Getreide, Reis und Soja – Tendenz steigend. Uruguay selbst hat 3.4 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen. Eine Mehrheit der Menschen in Uruguay ist im Dienstleistungsektor tätig. Dienstleistungen stellen 62 % des BIP.

Uruguay hat vor diesem Hintergrund in den letzen 10 Jahren eine überzeugende und konsistente Energiewende geschafft, die vielleicht nicht in allen industriellen Mappings übertragbar ist, aber vom politischen Framework und dem nationalen Willen zum Konsens eine überzeugende Transformation gezeigt hat, die für viele andere Länder Vorbild sein kann.

Darüber berichte ich in meinem aktuellen Newsletter. Die Energiewende ist mit einem Namen verbunden: Ramón Méndez Galain als verantwortlicher Programmverantwortlicher. Er hätte diese Transformation jedoch nicht geschafft, wenn er nicht die breite politische Rückendeckung gehabt hätte, die die Regierung unter Pepe Mujica und das tief verankerte Demokratieverständnis der uruguayischen Gesellschaft bereit stellten.

Der Mix macht`s – nicht nur energetisch, sondern auch von der Willensbildung her. Wäre das doch nur der politische Slogan für die Energiepolitik in unseren Breiten…

Hier geht es zum Newsletter: https://tertulia.substack.com/p/uruguays-energy-transition

Spanisches Frühstück mit Tomaten, Gazpacho, Brötli, Rüebli und Käse

Mein Sommer im grünen Norden Spaniens

In Zürich liegt der erste Schnee. Zeit, endlich meine Fotos vom Sommer nochmals anzuschauen und das laufende Reisetagebuch zu aktualisieren. Auf meinem aktuellen Newsletter findet Ihr meinen Rückblick in englischer Sprache – mit vielen Fotos. Kommt mit nach Donostia, Olite und Bilbao. Hier geht’s zum Reisetagebuch: https://tertulia.substack.com/p/exploring-the-basque-country

PS: Wir waren auch noch in Hendaye, Hondarribia, Pamplona und Gernika, um auch ohne Wandern möglichst nah am Camino del Norte zu bleiben; aber dazu vielleicht später einmal mehr…

Unsere Welt in Flammen

In meinem aktuellen Newsletter stelle ich den Roman El mundo que vimos arder (2023) des Schriftstellers und Journalisten Renato Cisneros vor. Der Roman erzählt abwechselnd die Schicksale zweier Protagonisten. Da ist zum einen der peruanische Journalist, der nach der Trennung von seiner Frau nach Spanien zurückkehrt, um sein Leben neu zu ordnen. Einige Jahrzehnte zuvor verlässt Matías Giurato Roeder, ebenfalls ein Peruaner, sein Heimatland und geht in die USA, wo er die Strapazen als Soldat die Schrecken des Zweiten Weltkriegs durchlebt.

Ich kann die Lektüre nur empfehlen, denn das Buch hat mich sehr bewegt. Besonders beeindruckend war für mich die Darstellung von Matías‘ traumatischen Kriegserfahrungen und deren Auswirkungen auf ihn. Manches US-College würde den Roman wohl mit Trigger-Warnungen ausstatten: Krieg, seelische, körperliche und sexualisierte Gewalt, Tod, Flucht und Migration.

Meine Reiseerlebnisse haben die Lektüre zusätzlich intensiviert. Ich las den Roman während meines Sommerurlaubs an der nordspanischen Atlantikküste, als ich auch Gernika besuchte. Gernika wurde 1937, mitten im Spanischen Bürgerkrieg, von der Legion Condor stark bombardiert. Die Zahl der zivilen Opfer ging in die Hunderte, wobei bis heute die genaue Zahl nicht ermittelt werden kann, da sich damals zahlreiche Flüchtlinge in der baskischen Stadt aufhielten. Eine Freiluftausstellung im Stadtzentrum dokumentiert die Bombardements. Die in El mundo que vimos arder geschilderten Kriegserfahrungen wirkten wie ein bedrückendes Echo, das meinen Besuch in Gernika noch eindringlicher und erschütternder machte.

Hier geht es zur Rezension: https://tertulia.substack.com/p/the-world-we-see-burning

Neuer Spanien-Podcast: Sangría – und sonst?

Heute möchte ich Euch einen brandneuen Podcast vorstellen, in dem monatlich Themen präsentiert werden sollen, die Spanien beschäftigen. Er heisst Sangría – und sonst?

Moderiert und gestaltet wird der Podcast von zwei Journalistinnen: Julia Macher berichtet aus Barcelona, Antonia Schäfer aus Madrid. Bereits die erste Episode zeigt, dass diese Verortung nicht bedeutet, dass sich die beiden Podcasterinnen auf die beiden Metropolen beschränken, sondern auch aus anderen spanischen Regionen berichten, die thematisch jeweils relevant sind. Julia Macher ist seit vielen Jahren als freie Journalistin tätig und arbeitet u.a. für die Wochenzeitung die ZEIT oder auch für den Deutschlandfunk und die Blätter für deutsche und internationale Politik. Antonia Schäfer ist ebenfalls als freie Journalistin tätig und arbeitet ebenfalls für die ZEIT, Die Deutsche Welle und den Spiegel. Während ich Julia Macher vor allem dafür schätze, dass sie immer wieder spannende Themen aus der vermeintlichen spanischen Provinz für ein deutsches Publikum aufbereitet, kannte ich Antonia Schäfer bisher vor allem durch ihre Videobeiträge aus Kolumbien, von wo sie 2 Jahre berichtet hat.

Cover des Spanienpodcasts mit Porträts der beiden Journalistinnen Julia Macher und Antonia Schäfer, das Copyright liegt bei den beiden Autorinnen.

Gute persönliche, kulturelle und fachliche Voraussetzungen also für einen inhaltlich wertvollen Podcast, der nicht nur Klischees bedienen will. Die erste Episode hat mich überzeugt. Es geht um Overtourism in Spanien und wie Spanien in verschiedenen Regionen – im Mittelpunkt des Podcasts stehen Barcelona, Mallorca und Teneriffa – mit diesem umgeht. Die beiden stützen ihre differenzierten Aussagen auf Interviews, die sie im Rahmen ihrer Aufträge führen/geführt haben. Es geht also weniger um die eigene Einschätzung, sondern um die Vermittlung der spanischen Wahrnehmung des Themas. Die beiden wechseln sich gut ab und führen das Gespräch fragegeleitet.
Der Podcast ist technisch sehr solide produziert und kommt glücklicherweise auch ohne den inzwischen vielfach üblichen Podcast-Schnickschnack (z.B. unterlegte Musik, Werbeunterbrechungen, Jingles und andere hektische Audio-Einsprengsel) aus, der mich so nervt. Zumindest bei der ersten Episode bleiben sie unter einer Stunde Laufzeit, was ich auch sehr angenehm finde.

Einen Punkt würde ich anders machen: Es könnte mehr O-Töne geben, die dann in deutscher Sprache kurz zusammengefasst werden. Ich bin überzeugt, dass viele Spanien-begeisterte Hörerinnen und Hörer dieses Podcasts des Spanischen so weit mächtig sind, dass sie grob folgen können bzw. durch die Zusammenfassung erfahren, wie viel sie verstanden haben 😎. Rieke Havertz und Klaus Brinkbäumer machen das in ihrem Podcast Okay, America? beispielsweise sehr gut, indem sie immer wieder an zentralen Stellen englische O-Töne bringen, die sie dann in deutscher Sprache zusammenfassend wiedergeben.

Ich jedenfalls wünsche dem Podcast viel Erfolg und ein langes Leben und freue mich auf die nächste Episode. Ich finde es toll, dass regelmässig aus Spanien über Spanien berichtet wird.

Hier geht es zur Homepage des Podcasts: https://sangria-und-sonst-der-spanien-podcast.simplecast.com

Windkraftprojekte und Bevölkerungswachstum: Hornillos de Cerrato als Vorzeigeprojekt

Auf meinem Newsletter auf Substack berichte ich diese Woche über die kleine Gemeinde Hornillos de Cerrato in der nordspanischen autonomen Region Castilla y León. Dort hat sich in den beiden letzten Jahrzehnten enorm viel getan. Erstmals konnte der negative Trend der Bevölkerungsentwicklung umgekehrt werden. Dank den Einkünften der Gemeinde aus den Windkraftprojekten auf ihrem Gebiet entwickelt sich allmählich wieder ein Gemeindeleben, das dem Wohlergehen der gesamten Bürgerschaft dient.

Wie sich Hornillos de Cerrato zum Vorzeigeprojekt entwickelt hat und was andere windreiche Gemeinden davon lernen, könnt Ihr in meinem aktuellen Newsletter nachlesen: https://tertulia.substack.com/p/hornillos-de-cerrato-harnessing-wind

Goldener Zankapfel: Kolumbien will den Quimbaya-Schatz zurück

In dieser Woche schreibe ich in meinem Newsletter über eine Sammlung prähispanischer Artefakte der Quimbaya-Zivilisation, die als Tesoro Quimbaya (Quimbaya-Schatz) bekannt ist. Das Museo de América in Madrid beherbergt einen Teil dieser schönen und ausserordentlich wertvollen Sammlung von Keramik- und Goldgegenständen.
Nach einer langen Kontroverse um die Restitution der Kunstgegenstände hat Kolumbien im Mai dieses Jahres die spanische Regierung förmlich um die Rückgabe der 122 Objekte gebeten. Die Geschichte, die sich hinter dieser Rückgabeforderung verbirgt, hat allerdings wenig mit den üblichen Geschichte von goldraubenden spanischen Eroberern zu tun, die den Ureinwohnern Amerikas alles nahmen, was sie besassen. Vielmehr handelt es sich um eine Herkunftsgeschichte, die so abenteuerlich klingt, als hätte sie sich Gabriel García Márquez ausgedacht.

Was es mit dem Schatz von Quimbaya auf sich hat und wie dieser nach Spanien kam, könnt Ihr hier nachlesen.

Verano azul im April

Im April war ich für eine gute Woche in Nerja, einem Küstenort etwa 60 km östlich von Málaga. Ich habe mich am Mittelmeer sehr gut erholt und vieles unternommen. Die Temperaturen waren angenehm und der Jahreszeit angemessen. An zwei Tagen trübte der Sandwind Calima etwas die Sicht, vor allem am Morgen. Anders als die nördlicheren Provinzen Spaniens blieben wir allerdings von Schlammregen verschont.

Gewohnt haben wir im Parador, der auf einer Klippe direkt über der Playa Burriana (s. Foto) thront. Die Gartenanlage ist wunderschön und ein Paradies für Vögel.

Die Highlights des Aufenthalts könnt Ihr in meinem Newsletter nachlesen: die Wanderung nach Frigiliana, ein Sonntagskonzert in der Kapelle an der Plaza de la Ermita und unser Ausflug zum Museo Carmen Thyssen in Málaga.

Blue summer in April by Barbara Bohr 🦙

Tertulia, vol. 58

Read on Substack
https://substack.com/embedjs/embed.js

Dona Gracia Nasi – eine vergessene Heldin der Renaissance

Ein Leser hat mich dankenswerterweise auf eine interessante Hörsendung des Bayerischen Rundfunks aufmerksam gemacht. Darin geht es um Dona Gracia Nasi, die ich im letzten Jahr in meinem Newsletter und auch an dieser Stelle vorstellte.

Im Mittelpunkt der Sendung von Simon Demmelhuber stehen die Erfolge Gracia Nasis als erfolgreiche Kauffrau, aber auch die dauernde Gefahr, als Tochter einer konvertierten jüdischen Familie von der Inquisition verfolgt und entmachtet zu werden. Diese Gefahr führte zu einer lebenslangen Flucht durch zahlreiche europäische Länder. Als Experte steht der Redaktion Matthias Lehmann, Professor für Neuere Jüdische Kultur- und Sozialgeschichte am Martin-Buber-Institut für Judaistik der Universität zu Köln, zur Verfügung. Seine historische Einordnung ist überaus hilfreich.

Der Beitrag, den ich sehr empfehle, kann in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks nachgehört werden.

Neues aus der Welt des Juden-Spanischen

In meinem aktuellen englischsprachigen Newsletter schreibe ich über drei Events aus der Welt des Ladino, der Sprache der sephardischen Juden. Dabei geht es um folgende drei Aktivitäten:

  • Bereits im Januar stattgefunden hat der 7. New Yorker Ladino Day, dieses Mal mit überraschendem Besuch.
  • Für die Publikation des beliebten Kinderbuches Romances de la rata sabia in Ladino werden noch Spenden gesucht, denn das Fundraising-Ziel ist noch nicht erreicht. Die Übersetzung ist bereits fertiggestellt.
  • Im Sommer findet an der Hebrew University in Jerusalem ein Intensivkurs für Ladino und die sephardische Kultur statt.

Details zu diesen Events und kulturellen Aktivitäten könnt Ihr in meinem Newsletter nachlesen.